Gewaltberatung Hamburg

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Männer gegen Männergewalt® stellt sein Beratungsangebot für gewalttätige Jungen und Männer in Hamburg zum 31.12.2016 ein.


Das Beratungsangebot von Männer gegen Männergewalt® in der bisherigen Qualität finden Sie weiterhin bei

Thomas Karrasch
>>Männersache<<
Tel: 040 357 77 811
maennersache(at)diakonie-hhsh.de


Claus Dieter Bräuer
Praxisgemeinschaft Beim Schlump
Tel. 040 441 404 80
cd.brauer(at)beim-schlump.de


Hans-Jürgen Wielsch
Männerwelten
Tel. 0413
1 408 09 19

Gründe für die Schließung der Beratungsstelle:

Männer gegen Männergewalt® bietet seit mehr als 30 Jahren gewalttätigen Jungen, männlichen Jugendlichen, Männern und Tätern/Täterinnen häuslicher Gewalt in Hamburg ein Beratungsangebot zur Veränderung ihres gewalttätigen Verhaltens.

Fachliche Grundlagen unserer Beratungsarbeit sind die humanistischen Grundprinzipien und Fachstandards von institutioneller Beratung, wie sie von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung (DAJEB) formuliert werden. Darin ist grundlegende Bedingung und Qualität eines Beratungsprozesses die Vertrauensbeziehung zwischen Berater und Klientin/Klient. Nur unter einem Vertrauensschutz kann die persönliche Problematik mit damit verbundenen sensiblen persönlichen Daten rückhaltlos zum Gegenstand der Beratung und damit zu einem gelingenden Veränderungsprozess werden. Auch deshalb hat der Gesetzgeber diesen besonderen Vertrauensschutz in der Beratungsbeziehung zwischen Klient/in und Berater unter den rechtlichen Schutz des § 203 Strafgesetzbuch gestellt.

Dieser Vertrauensschutz in der Beratungsarbeit mit gewalttätigen Männern und Frauen wird in Hamburg aufgehoben.

Mit der Neukonzeptionierung der Täterarbeit im Rahmen des Senatskonzepts zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Menschenhandel und Gewalt in der Pflege (Bürgerschaftsdrucksache 20/10994) müssen dieTeilnehmer/Teilnehmerinnen einer Beratung zukünftig als Teilnahmevoraussetzung eine allgemeine Schweigepflichtsentbindung gegenüber Dritten unterschreiben. Dies hebt den Vertrauensschutz auf.

Ratsuchende die sich an ein von der Hansestadt Hamburg finanziertes Beratungsangebot für gewalttätige Männer/Frauen wenden, müssen zukünftig davon ausgehen, dass alles, was sie in dieser Beratung sagen, an Dritte (Polizei, Jugendämter, andere Beratungsstellen, Lebenspartner/innen etc.) weitergegeben wird bzw. werden kann.

Das obligatorische Abverlangen einer Schweigepflichtsentbindung verstößt gegen die Rechtsnorm der Freiwilligkeit bei der Einwilligung zur Datenverarbeitung (nach § 4a Bundesdatenschutzgesetz, Randziffer 19).

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (1 BvR 2027/02) macht ein solches Abverlangen einer allgemeinen Schweigepflichtsentbindung einen informationellen Selbstschutz praktisch unmöglich und stellt damit eine Verletzung des Grundrechts auf Informationelle Selbstbestimmung dar.

Das Beratungsangebot von Männer gegen Männergewalt® ist seit 30 Jahren eine psychologisch-therapeutische Einzelberatung. Sie wird von Diplompsychologen und Diplompädagogen geleistet. Im Zuge der Neukonzeptionierung der Täterarbeit plant die Hansestadt Hamburg ab 2017 die Angebotsqualität zu reduzieren, um Kosten zu sparen.

Zukünftig soll die Beratung in Gruppen stattfinden und von Sozialpädagogen/innen durchgeführt werden.

Vor dem Hintergrund der mit der Neukonzeptionierung der Täterarbeit von der Hansestadt Hamburg geplanten

  • Aufhebung des Vertrauensschutzes in der Beratungsarbeit,
  • Verletzung datenschutzrechtlicher Normen
  • Kosteneinsparungen durch Reduzierung der Qualität

sehen wir keine fachliche und rechtliche Grundlage für die weitere Aufrechterhaltung unseres Beratungsangebots. In der Konsequenz haben wir uns entschieden, das Beratungsangebot zum Ende 2016 in Hamburg einzustellen.

Für den Vorstand von Männer gegen Männergewalt®

Hans-Jürgen Wielsch